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Hunderttausende feiern ausgelassenes WM-Wochenende

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Hunderttausende Menschen haben in Deutschland friedlich und ausgelassen das erste Wochenende der Fußball-Weltmeisterschaft gefeiert. Nur vereinzelt kam es nach Angaben der Polizei zu Rangeleien.

Fangruppen in den Trikots ihrer Teams zogen fahnenschwenkend, singend und in ihren Nationalfarben geschminkt bis in die frühen Morgenstunden durch die Städte. Die Frankfurter Innenstadt verwandelte sich dank Zehntausender englischer Fans in ein Meer weißer Fahnen mit dem roten Sankt-Georgs-Kreuz. Bei strahlenden Sonnenschein floss reichlich Bier. Eine Engländerin kühlte sich mit einem Bad in einem Springbrunnen ab. In Hamburg feuerten hellblau-weiß gekleidete Argentinier mit Trommeln ihre Elf an. "Es ist ein bisschen wie Karneval", sagte eine Polizeisprecherin. In Leipzig stimmten sich am Sonntagnachmittag niederländische Fans in orangefarbener Kluft tanzend und singend auf das Spiel gegen Serbien-Montenegro ein. Bereits am Freitagabend hatten allein auf der größten deutschen Fanmeile in Berlin zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule rund 300.000 Menschen aus aller Welt friedlich und fahnenschwenkend den 4:2-Sieg der deutschen Nationalelf über Costa Rica gefeiert.

Trotz einiger Festnahmen und Rangeleien zeigten sich die Sicherheitsbehörden mit dem ersten WM-Wochenende zufrieden. In München nahm die Polizei am Wochenende rund 110 Fans fest, in Frankfurt mussten 80 teils stark betrunkene Fans aus Deutschland, England und anderen Nationen eine Nacht bei der Polizei verbringen. Alle waren am Sonntagnachmittag wieder auf freiem Fuß. "Die Fans feiern und sind total friedlich", lobte ein Polizeisprecher in Frankfurt. "Wir freuen uns drüber." Entgegen anderer Befürchtungen sei es auch nach dem Spiel Englands gegen Paraguay, zu dem über alle Erwartungen hinaus 65.000 englische Fans angereist seien, ruhig geblieben.

POLIZEI LOBT FRIEDLICHE ENGLISCHE FANS

In Frankfurt verfolgten allein auf den Mainwiesen nach Angaben der Polizei rund 50.000 Menschen den 1:0-Sieg Englands über Paraguay auf der im Fluss aufgebauten Großleinwand. Dort seien der Polizei überhaupt keine Probleme bekannt geworden, es sei geradezu erstaunlich friedlich geblieben. "Frankfurt ist im Moment eine Metropole der Freude", sagte ein Sprecher unmittelbar nach dem Spiel.

Später in der Nacht gab es über die Stadt verteilt wegen Rangeleien und randalierender Fans zahlreiche Polizeieinsätze. Am Römerberg habe eine Polizistin einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung erlitten, als ein englischer Fan ihr eine Flasche an den Kopf geworfen habe, erklärte die Polizei. Unter den 80 festgenommenen Fans seien 29 Deutsche, 13 englische Fans, außerdem Iren, Niederländer, Italiener, Amerikaner, Australier und Angehörige etlicher anderer Nationen. Ein Kanadier wurde festgenommen, nachdem er ein Polizeiauto demoliert hatte.